Erscheinungsbild

Mit Lehmputz können sie, je nachdem man die Oberflächen behandelt, unterschiedliche Texturen erreicht werden , wodurch Wirkung der Raumtiefe beeinflusst wird. Bei einer glatten Oberfläche des Lehmputzes wirkt die Fläche weicher, feiner und ruhiger als eine grob verputzte Fläche. Durch weniger Schattenpunkte als gröberer Putz, wirkt das Schattenbild des Feinputzes heller. Eine grobe und raue Fläche wirkt dagegen belebter und rustikaler auf der Oberfläche. Das Schattenbild ist dunkler als bei feinem Putz. Dadurch kann eine grobe Oberfläche der Wand die Räume optisch kleiner wirken lassen, da sich die Maßstäblichkeit ändert.
Beeinflussen kann man die Oberflächenstruktur durch die Verarbeitung, die Materialauswahl und die Wahl des verwendeten Werkzeuges. Zeitpunkt der Bearbeitung.

Tabelle Oberflächenstrukturen

 

Werkzeug Oberflächenstruktur Zeitpunkt Materialwahl
Schwammreibebrett lebhafte,
grobe Struktur
früher Zeitpunkt,
Lehm ist noch weich

 

Lehm-Unterputz,
Lehm-Oberputz
Lehmputz terra grob

 

fein, Steine und Fasern

werden freigelegt

später Zeitpunkt,
Lehm ist angezogen,
lederharteOberfläche

 

Lehm-Oberputz,
Lehm-Feinputz,
Lehm-Edelputze
Lehmputz terra grob und fein

 

 

glatte Oberfläche,

strukturarm

 

Lehm-Feinputz
Lehmputz terra fein

 

Reibebrett
aus Holz oder Plastik

stark verdichtete,

strukturarme Fläche

Lehm ist angezogen,
evtl. lederhart;
klebt nicht am Reibebrett

 

Lehm-Feinputz,
Lehm-Oberputz
Lehmputz terra grob und fein

 

Glättekellen glatte Oberfläche

Lehm ist angezogen,
evtl. schon einmal gerieben

Lehm-Feinputz,
Lehm-Oberputz
Lehmputze terra fein und grob

 

japanische Kellen sehr glatte, polierte Oberfläche

mehrmaliges Glätten zu
verschiedenen Zeitpunkten, z. T.
nach weiterem Annässen

 

Lehm-Edelputze,
Lehm-Feinputz
Lehmputz terra fein

 

große Pinsel,  Quast, Besen Rillenstruktur kurz nach dem Auftrag,
Lehm ist noch weich

Lehm-Oberputz,
Lehm-Feinputz
Lehmputze terra grob und fein

 

Glättebürste
mit Ledereinsätzen

Quarzsande, Perlmutt und andere

Zusätze werden verstärkt sichtbar

nach
vollständiger
Trocknung
Lehm-Edelputze
oder alle Sichtputze mit Zuschlägen

 

Bearbeiten von Schwindrissen

Nach dem Trocknen können sich im Putz manchmal Risse zeigen, die geschlossen werden müssen. Je nach Stärke und Menge der Risse, kann die Arbeit auf verschiedene Weisen erfolgen. Dicke Schwundrisse werden V-förmig ausgekratzt und mit Lehmmaterial wieder aufgefüllt. Kleine Schwundrisse in feine Oberflächen (Oberputz, Feinputz) können nach dem Trocknen einfach mit dem passenden Wegzeug zugefilzt werden, wenn die Fläche anschließend gestrichen werden soll. Bei lehmsichtigen Flächen ohne folgenden Anstrich, kann man die Schwindrisse schließen und nach dem Trocknen mit einem leicht feuchtem Schwammbrett die fertige Oberfläche noch einmal ganzflächig überarbeiten.
Dabei wird die zu bearbeitende Fläche leicht angesprüht und parallel mit einem leicht feuchten Schwammbrett in gleichmäßig  Bewegungen, am besten kreisend, abgerieben. Um Arbeitsansätze zu vermeiden und ein gleichmäßiges Wandbild zu erzielen, sollten die Oberflächen, am besten von einer Fachfirma, zügig bearbeitet werden.

 

Lehmfarbe und Lehm-Streichputz

Erst nach vollständiger Trocknung des Untergrundes kann mit dem Anstrich begonnen werden. Um die Eigenschaften des Lehmputzes zu erhalten, sollten nur Farben verwendet werden, die keine zu dicken und dichten Schichten bilden. Ideal sind hier die diffusionsoffene conlino Lehmfarbe und der conlino Lehm-Streichputz. Beide Anstriche sind auf die conluto Lehmputze abgestimmt und unterstützen deren positive Wirkung auf das Raumklima. Die conlino Lehmfarbe besteht aus farbigen Tonen, Lehmen und Marmormehl mit einer geringen Beimischung von Zellulose und pflanzlicher Stärke. Die Farbgebung ist rein natürlich, ohne Zugabe von Pigmenten. In der Regel erfolgt ein zweimaliger Auftrag mit zwischenzeitiger Trocknung. Der conlino Lehm-Streichputz-Zusatz als Zugabe zur Lehmfarbe ergibt einen körnigen, strukturbildenenden Anstrich.

 

Kalkfarben

Kalkfarben und Kalk-Kaseinfarben haben genau wie Lehmfarben eine gute Deckkraft und eignen sich ebenfalls als Anstrichmaterial für Lehmputze. Kalkfarben sind möglichst dünn und gleichmäßig aufzutragen, da es bei einem zu dicken Auftrag zur Rissbildung kommen kann. In der Regel sind bei Kalkfarben daher 2-3 Anstriche notwendig.

 

Silikatfarben, Dispersionsfarbe

Von der Verwendung reiner Silikatfarben raten wir aufgrund der hohen handwerklichen Anforderungen ab. Dispersions-Silikatfarben sowie auch andere Dispersionsfarben können verwendet werden, schränken jedoch die Eigenschaften der Lehmputze, vor allem die Sorptionsfähigkeit, stark ein.

 

Tapezieren

Lehmputze werden in der Regel als Sichtputzflächen ausgeführt und gestrichen. Durch das Tapezieren der Flächen werden die Eigenschaften des Lehmputzes eingeschränkt. Es ist jedoch möglich, glatte und strukturarme Lehmputze wie alle anderen Putze auch überzutapezieren. Vor dem Tapezieren sollte der Lehmputz einmal mit einer Farbe oder Grundierung behandelt werden.

 

Fliesen

In Bereichen, in denen Fliesen großflächig als Wasserschutz eingesetzt werden, ist Lehmputz als Untergrund nicht zugelassen. Kleine Lehmputzflächen, die nicht unmittelbarer Spritzwasserbereich sind, können mit Fliesen versehen werden. Hier wird als Vorbehandlung ein Tiefengrund verwendet, der mehrmals aufgetragen wird. Anschließend werden die Fliesen mit einem flexiblen Fliesenkleber angebracht.
Grundsätzlich ist jedoch das Verfliesen von Lehmputzen eher fraglich, da die Eigenschaften des Lehmputzes unter der dichten Fliese nicht zur Wirkung kommen.

 

Tabelle: Putzaufbauten auf einen Blick

Die Tabelle zeigt Putzaufbauten, die in der Praxis häufig vorkommen. Dünnlagige Putze werden als Finishputze eingesetzt. Dies erfordert einen ebenmäßigen Untergrund, der als Putzlage (1. Lage) ausgeführt wird oder im Bestand vorhanden ist. Ein Vorspritz ist nur bei nachfolgendem flächigem Verputz mit ca. 1 cm Putzstärke möglich. Lehmputze werden in der Regel 2-lagig ausgeführt; dreilagige Putzaufbauten sind nur in Zusammenhang mit Wandheizung oder Ausgleichslagen einzusetzen.

lehm + bau

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